VisCAM: Neue Version 5.0 veröffentlicht
22.03.2010
Updateinformation VisCAM 5.0
Detaillierte Informationen im PDF-Format zum Download
Nachfolgend sind die Neuerungen und Verbesserungen der Version 5.0 beschrieben.
- Überprüfung der Bauteilqualität
- Entfernen nutzloser Objekte
- Erweiterte Dreiecksreduktion
- Oberfläche neu vernetzen (Remeshing)
- Ausschneiden von 3D-Oberflächen
- Bohrlöcher setzen
- Z-Kompensation
- Volumenstützen
- Individuelle Stützen
- Solidscape Schnittstelle
- Erweiterte Schichtschnittstellen
- Allgemeine Verbesserungen
1. Überprüfung der Bauteilqualität:
Die neue Funktion "Modell überprüfen" ermöglicht eine schnelle und übersichtliche Prüfung der Qualität eines STL-Modells.
- Dreiecksqualität: Ist die Qualität des Dreiecksnetzes ausreichend?
- Dreiecksausrichtung: Sind die Dreiecksnormalen korrekt ausgerichtet?
- Unverbundene Kanten: Enthält die Dreiecksoberfläche offene Stellen und Löcher?
- Enthaltene Teilkörper: Besteht das Modell aus mehreren Einzelkörpern?
- Dreiecksüberlappungen: Enthält das Modell doppelte Flächen und Bereiche?
- Dreiecksschnitte: Enthält die Dreiecksoberfläche sich schneidende Dreiecke?
Um eine schnelle Übersicht zu erhalten wird der Prüfstatus jeder Fehlerkategorie optisch angezeigt. Zusätzlich werden geometrische Details wie das Volumen, der Flächeninhalt oder die Abmessungen des Bauteils angezeigt.
Die Prüffunktion wird automatisch beim Import einer STL-Datei aufgerufen, kann aber auch jederzeit nachträglich zur Prüfung des Fehlerzustands z.B. während der Reparatur der angezeigten Modellfehlern aufgerufen werden.
2. Entfernen nutzloser Objekte:
Mit der neuen Funktion "Entfernen nutzloser Objekte" wird das Auffinden und Löschen nutzloser oder problematischer Teilobjekte eines Bauteils erleichtert.
Dies können z.B. Teilkörper ohne Volumen oder alleinstehende Flächen mit einem sehr geringen Flächeninhalt sein. Auch einzelne, unverbundene Dreiecke lassen sich mit der neuen Funktion einfach und schnell behandeln.
Die Funktion erlaubt die automatische Erkennung und Aufteilung eines Bauteils in seine Einzelkörper. Alle Körper werden dabei in einer Liste mit Zusatzinformationen wie Volumen, Flächeninhalt, Dreiecksanzahl, unverbundene Kanten etc. aufgeführt.
Nutzlose Einzelkörper werden automatisch anhand von Prüfkriterien erkannt. Als Prüfkriterien kann der Flächeninhalt, das Volumen und die Dreiecksanzahl definiert werden. Die als nutzlos erkannten Körper können dann direkt gelöscht werden.
Zur manuellen Bearbeitung von Einzelkörpern stehen zahlreiche Auswahl- und Anzeigeoptionen zur Verfügung, welche insbesondere beim Auffinden der Einzelkörper am Gesamtbauteil unterstützen. Zudem wird für jeden ausgewählten Einzelkörper ein Abbild im Auswahldialog angezeigt. Auch sehr kleine Einzelkörper können somit gezielt am Bauteil erkannt und behandelt werden.
3. Erweiterte Dreiecksreduktion:
Zur Reduktion der Dreiecksanzahl stehen zwei neue Methoden zur Verfügung, welche eine höhere Reduktion der Dreiecksanzahl bei geringerem Detailverlust ermöglichen (siehe Abbildung).
Bei beiden Methoden kann zudem die minimale Dreiecksqualität als zusätzliches Reduktionskriterium vorgegeben werden. Damit eignen sich die neuen Methoden insbesondere auch zur Aufbereitung von Dreiecksnetzen für FEM-Systeme.
Die Methode "Schnell mit Qualität" erlaubt die schnelle Reduktion von Dreiecken unter Berücksichtigung der Dreiecksqualität bei mittlerer Abweichungsgenauigkeit.
Die Methode "Genau mit hoher Qualität" erzeugt ein reduziertes Dreiecksmodell mit maximaler Abweichungsgenauigkeit zum Originalmodell und hoher Dreiecksqualität.
4. Oberfläche neu vernetzen (Remeshing):
Mit der neuen Funktion "Dreiecke vernetzen" kann die Dreiecksoberfläche eines STL-Modells neu vernetzt und erzeugt werden ("Remeshing").
Der 3D-Polygonzug wird dabei durch das Anklicken von Punkten direkt auf der Modelloberfläche erzeugt. Die kürzeste Verbindung zwischen den angewählten Punkten wird dabei automatisch vom System erzeugt. Während der interaktiven Erzeugung des 3D-Polygonzugs können gewählte Punkte jederzeit verschoben, gelöscht oder auch neu erzeugt werden. Damit lässt sich das 3D-Polygon einfach und exakt an die vorhandene Bauteilgeometrie anpassen.
Nachdem das 3D-Polygon erzeugt wurde, kann der durch den Polygonverlauf eingeschlossene Flächenbereich der Modelloberfläche wahlweise ausgeschnitten, abgetrennt oder kopiert werden.
5. Ausschneiden von 3D-Oberflächen:
Die Funktion "Beschneiden" wurde um die neue Schnittmethode "3D-Polygonzug" erweitert. Diese neue Methode erlaubt es Flächenbereiche mit einem direkt auf der Dreiecksoberfläche erzeugtem 3D-Polygon auszuschneiden.
Der 3D-Polygonzug wird dabei durch das Anklicken von Punkten direkt auf der Modelloberfläche erzeugt. Die kürzeste Verbindung zwischen den angewählten Punkten wird dabei automatisch vom System erzeugt. Während der interaktiven Erzeugung des 3D-Polygonzugs können gewählte Punkte jederzeit verschoben, gelöscht oder auch neu erzeugt werden. Damit lässt sich das 3D-Polygon einfach und exakt an die vorhandene Bauteilgeometrie anpassen.
Nachdem das 3D-Polygon erzeugt wurde, kann der durch den Polygonverlauf eingeschlossene Flächenbereich der Modelloberfläche wahlweise ausgeschnitten, abgetrennt oder kopiert werden.
6. Bohrlöcher setzen:
Mit der neuen Funktion "Bohrlöcher setzen" können Bohrungen an einem STL-Bauteil schnell und direkt erzeugt werden.
Die Position der Bohrlöcher wird optisch direkt am Bauteil angezeigt und mit der Maus ausgewählt. Das Bohrloch wird immer entlang der Normalen des gewählten Dreiecks erzeugt. Die Form der Bohrlöcher kann wahlweise rund oder rechteckig sein. Die Querschnittgröße kann frei definiert werden.
- Definierte Länge des Bohrlochs
- Durchbohren bis zur nächsten Wand
- Verbleibender Abstand zur nächsten Wand
- Gewählten Einzelkörper durchbohren
- Gesamtes Bauteil durchbohren
7. Z-Kompensation:
Die neue Funktion "Z-Abweichung kompensieren" verschiebt alle nach unten gerichteten Dreiecke eines Bauteils um einen definierten Wert in Z-Richtung.
Insbesondere bei der Stereolithograhpie, teilweise aber auch beim Lasersintern, kann durch den sogenannten Overcure ein leichtes Übermaß in der Z-Richtung entstehen, welches durch die Z-Kompensation vorab kompensiert werden kann.
Zu beachten ist, das es durch die Verschiebung der Dreiecke in Z-Richtung zu Überschneidungen in der Dreiecksoberfläche kommen kann. Dies ist wesentlich abhängig vom Wert der Z-Verschiebung, wobei in der Regel nur sehr kleine Werte im Bereich von 0,1 - 0,5 mm verwendet werden sollten. Optional kann direkt nach der Z-Kompensation die Funktion zum Auflösen von Dreiecksschnitten aufgerufen werden, wodurch Dreiecksschnitte entsprechend bereinigt werden können.
8. Volumenstützen:
Das neue Modul "Volumenstützen" ermöglicht die Erzeugung von Stützmaterial unterhalb der Überhangbereiche eines Bauteils bis zu einer definierten Steigung.
Die neue Funktion "Volumenstützen" erzeugt für jeden Überhangbereich eines Bauteils einen Volumenkörper, welcher im oberen Bereich der Oberfläche des Bauteils entspricht. Der Volumenkörper wird in der Regel bis zur Bauplattform erzeugt. Befindet sich der Überhang dagegen in einem Hinterschnitt, wird die Volumenstütze durch die untere Hinterschnittfläche des Bauteils begrenzt.
Die Volumenstützen können bis zu einem definierten Steigungsbereich am Bauteil erzeugt werden. Zudem können die Volumenstützen wahlweise einzeln oder über Boolesche Operationen automatisch vereinigt erzeugt werden.
Volumenstützen werden bei der Schichterzeugung getrennt zum Bauteil behandelt. Entsprechend kann für Volumenstützen im Unterschied zum Bauteil ein separater Schraffurstil angewendet werden. Beim Export der Schichtdaten werden zudem die Verfahrwege für Stützen und Bauteil in vielen Dateiformaten getrennt ausgegeben.
Damit unterstützt VisCAM nun auch die Erzeugung und Behandlung von Stützen in einem zweiten Material.
9. Individuelle Stützen:
VisCAM bietet zwei neue Methoden zur Erzeugung individueller Stützstrukturen.
Bei der ersten Methode werden mit der neuen Funktion Volumenstützen zuerst Stützvolumen zwischen Bauteil und der Bauplattform erzeugt. Im zweiten Schritt kann dann mit der Funktion "Strukturen einrechnen" eine frei gestaltbare Struktur eingerechnet werden (siehe Abbildung links).
Jeder Volumenkörper wird in VisCAM entweder als Bauteil, als Volumenstütze oder als Wandstütze klassifiziert, wobei diese Klassifizierung auch nachträglich geändert werden kann. Entsprechend können Stützen nun auch extern in einem CAD-System erzeugt, als STL-Datei importiert und nachträglich als Stützen deklariert werden.
10. Solidscape Schnittstelle:
Die bestehende 3D-Druckfunktion wurde um eine direkte Schnittstelle zur Modelworks Software der Firma Solidscape erweitert.
Hierbei fragt VisCAM von Modelworks die vorhandenen Maschinenkonfiguration ab und zeigt diese direkt auswählbar in VisCAM an. Von jeder Konfiguration wird dabei die ID, die Schichtstärke sowie der Beschreibungstext angezeigt (siehe Abbildung).
Nach der Auswahl einer Konfiguration wird Modelworks automatisch von VisCAM im Hintergrund gestartet. Dabei werden die in VisCAM vorbereiteten Baudaten mit der gewählten Konfiguration in Modelworks automatisch aufbereitet und direkt an die Software "BView" übertragen.Nach der Auswahl einer Konfiguration wird Modelworks automatisch von VisCAM im Hintergrund gestartet. Dabei werden die in VisCAM vorbereiteten Baudaten mit der gewählten Konfiguration in Modelworks automatisch aufbereitet und direkt an die Software "BView" übertragen.
Alle Anlagen der Firma Solidscape sind in der Maschinendatenbank von VisCAM hinterlegt. Insofern kann die Bauvorbereitung für Solidscape nun direkt in VisCAM durchgeführt werden. Dabei bietet VisCAM neben der Reparatur und Manipulation von STL-Daten auch umfangreiche und effiziente Funktionen zur Orientierung, Anordnung und Schachtelung von Bauteilen auf der Bauplattform. Die erstellte Bauplattform kann direkt an Modelworks übertragen werden. Modelworks erzeugt dann automatisch im Hintergrund Schichten, Schraffuren und Stützen gemäß der in VisCAM ausgewählten Konfiguration.
Neben der Übertragung von STL-Daten kann VisCAM auch direkt Schichtdaten an Modelworks übertragen. In diesem Fall werden von Modelworks nur Schraffuren und Stützen erzeugt. Die Schichtgenerierung in VisCAM ist sehr schnell, präzise und kann auch mit Fehlersituation wie Dreiecksschnitten, Dreiecksüberlappungen oder einer falschen Dreiecksausrichtung umgehen. Insofern kann VisCAM korrekte Schichtdaten aus STL-Daten erzeugen, bei denen Programme anderer Hersteller häufig Probleme haben.
11. Erweiterte Schichtschnittstellen:
- EOS SLI-Schnittstelle: Die in VisCAM erzeugten Schichtdaten inklusive Stützen und Schraffuren können nun auch direkt im SLI-Format der Firma EOS GmbH gespeichert werden. Hierfür müssen allerdings die EOS RP-Tools installiert sein. VisCAM verwendet dann automatisch die EOS RP-Tools auf, um die SLI-Daten direkt aus VisCAM heraus zu erzeugen.
- ISO G-Code Export: Die programmierbare G-Code Schnittstelle wurde um die Verwendung mathematischer Ausdrücke erweitert. Damit ist es nun möglich innerhalb eines G-Code Makros zusätzliche Berechnungen auszuführen (z.B. [NEXT_Z + 3]).
Zudem wurde eine weitere Karteikarte zur getrennten Parametrisierung von Volumenstützen integriert. Damit können nun auch Anlagen mit zwei unterschiedlichen Materialien für Stützen und Bauteil angesteuert werden. - DXF-Schichtausgabe: Die DXF-Schichtausgabe wurde um zusätzliche Optionen erweitert. Dies beinhaltet die Angabe der Dateiabmessungen (Bauplattform oder Bauteil), Angabe der auszugebenden Schichtelemente sowie deren Farbwerte (Konturen, Schraffuren, Stützen) sowie die Filterung zu kleiner Elemente.
12. Allgemeine Verbesserungen:
Auf Anregung von Anwendern wurden zahlreiche weitere Verbesserungen bei der Programmbedienung eingeführt sowie berichtete Fehler behoben.
Unter anderem wurden dabei die nachfolgenden Neuerungen integriert:
- Wandstärke bemaßen: Die neue Bemaßungsfunktion ermöglicht das direkte Messen der Wandstärke an auswählbaren Punkt der Modelloberfläche.
- Volumen erzeugen bei Offset: Bei der Offseterzeugung steht die neue Option "Volumen erzeugen" zur Verfügung. Mit dieser Option kann aus einer gewählten Fläche mit einem Offset ein entsprechender Volumenkörper erzeugt werden.
- Abstand zwischen Strukturelementen: Bei der Erzeugung von Strukturen kann nun zusätzlich ein definierter Abstand in X,Y und Z zwischen den verwendeten Strukturelementen erzeugt werden.
- Rechteckige Sperrbereiche: In der Maschinendatenbank können neben runden nun auch eckige Sperrbereiche für Aussparungen auf der Bauplattform definiert werden. Sperrbereiche werden bei der Platzierung von Bauteilen berücksichtigt.
- Eckenstrategie Spurbreitenkompensation: Bei der Spurbreitenkompensation wird zur Behandlung von schmalen Ecken und dünnen Bereichen eine spezielle Eckenstrategie angewendet, welche nun auf der Karteikarte "Schichten" in der Maschinendatenbank frei konfigurierbar ist.
- Zoomrichtung Mausrad verstellbar: In den "Allgemeinen Optionen" kann nun die Drehrichtung des Mausrades beim Zoomen der Ansicht invertiert werden.
- Lizenzanfrage online: Die Anfrage von Lizenzschlüsseln kann nun direkt online von VisCAM aus gestartet werden. Alternativ besteht weiterhin die Möglichkeit die Lizenzdaten in einer Datei zu speichern und manuell per eMail zu versenden.
- VFA-Schnittstelle: Import des bald erscheinenden VisCAM Archivformat (VFA).
Übersicht über alle Neuerungen und deren Bezug zu den einzelnen VisCAM Modulen:
| Neue Funktionalität | View | Mesh Repair | Mesh Edit | RP Setup | RP Build | RP Hatch | RP Support |
| Bauteilqualität prüfen | X | X | |||||
| Entfernen nutzloser Objekte | X | ||||||
| Erweiterte Dreiecksreduktion | X | ||||||
| Oberfläche neu vernetzen | X | ||||||
| 3D-Ausschneiden | X | ||||||
| Bohrlöcher setzen | X | ||||||
| Z-Kompensation | X | ||||||
| Volumenstützen | X | X | X | X | |||
| Individuelle Stützen | X | ||||||
| Solidscape Schnittstelle | X | X | X | X | |||
| EOS SLI-Schnittstelle | X | ||||||
| Erweiterte ISO GCode-Ausgabe | X | ||||||
| Erweiterte DXF-Schichtausgabe | X | ||||||
| Wandstärke bemaßen | X | X | X | X | |||
| VFA-Schnittstelle | X | X | X | X | |||
| Volumen erzeugen beim Offset | X | ||||||
| Abstand bei Strukturelementen | X | ||||||
| Rechteckige Sperrbereiche | X | X | |||||
| Eckenstrategie Spurkompensation | X | ||||||
| Allgemeine Verbesserungen | X | X | X | X | X | X | X |